Autofinanzierung in der Schweiz

Direktkauf ist weiterhin Trumpf

Kaufen, leasen, teilen oder doch ein Abo? Die Möglichkeiten, über einen mobilen Untersatz zu verfügen, werden vielfältiger. Doch die neuste Umfrage des TCS zeigt: Wer in der Schweiz ein Auto kauft, will es meistens besitzen und direkt bezahlen. Das ist auch für Garagen von Bedeutung.
Publiziert: 17. Juli 2025

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AGVS-Newsdesk


										Direktkauf ist weiterhin Trumpf
In der Schweiz kauft man sein Auto weiterhin lieber. Leasing wird gemäss neuster TCS-Umfrage nur von einem kleinen Teil der Privatpersonen bevorzugt. Foto: 123rf

Auf Schweizer Strassen sind aktuell rund 4,8 Millionen Personenwagen unterwegs. Dieser Bestand hat sich seit Anfang der 1980er-Jahre verdoppelt, wobei die Anzahl Autos pro Einwohner aufgrund des Bevölkerungswachstums viel weniger stark zugenommen hat. Doch wie werden diese Autos finanziert, durch Kauf, Leasing oder Abo? Hier hat sich der Markt bezüglich der Finanzierungsmöglichkeiten stark gewandelt. Der TCS wollte es genau wissen und hat unter 1154 Mitgliedern eine Umfrage durchgeführt. Dabei zeigt sich, dass in der Schweiz das eigene Auto nach wie vor der Standard ist. Stolze 92 Prozent der Autoeigentümerinnen und -eigentümer verfügen über ein eigenes Fahrzeug, während Auto-Abos oder Carsharing-Angebote nur Nischen besetzen.


Deutschschweiz gegen Leasing

Volle Kontrolle und Autonomie geniessen bei den Fahrzeughalterinnen und -haltern grossen Stellenwert: 80 Prozent haben ihr Auto bar oder per Überweisung bezahlt. Nur gerade zehn Prozent befinden sich aktuell in einem Leasingvertrag, weitere zehn Prozent haben ihr Auto nach Ende des Leasings übernommen. Dabei gibt es wesentliche Unterschiede zwischen den Sprachregionen. In der Deutschschweiz setzen nur gerade acht Prozent auf Leasing, in der italienischsprachigen Schweiz sind es 18 Prozent. Die Westschweiz liegt mit 13 Prozent dazwischen.
 

Gründe für den Direktkauf

Die grosse Mehrheit jener, die ihr Auto direkt kauft, begründet diesen Entscheid mit den vorhandenen finanziellen Mitteln und dass für sie in einer Fremdfinanzierung kein Vorteil ersichtlich sei. Auch die Absicht, Schulden zu vermeiden, und der langfristige Besitz des Autos werden von über 80 Prozent als Gründe für den Direktkauf genannt. Diejenigen, die auf Leasing setzen, wollen ihr Geld lieber für andere Dinge verwenden oder investieren. Für gut die Hälfte der Befragten ist dies ausschlaggebend. Auch die Möglichkeit, ein modernes Auto zu erhalten, bewegte 46 Prozent zum Leasing. Dagegen entschieden sich nur gerade 17 Prozent für Leasing, weil sich ihre Lebenssituation kurzfristig verändert habe.
 

Konditionen schrecken ab

Die Umfrage unter den TCS-Mitgliedern zeigt auch, dass die Leasingkonditionen oft abschrecken. 60 Prozent der Befragten geben an, dass sie es belastend finden, über mehrere Jahre gebunden zu sein. Ebenfalls mehr als die Hälfte befürchtet, dass sie durch Leasing insgesamt mehr für das Auto bezahlen. Diese Zweifel sind nicht ganz unberechtigt. Denn neben den Leasingraten kommen Kosten wie obligatorische Vollkaskoversicherung, Reparaturpflichten und Rücknahmekosten dazu. Der TCS empfiehlt deshalb für die Abschätzung der Kosten beim Leasing folgende Faustregel: Leasingrate x 2 = Monatskosten; bei Occasionen Leasingrate x 3 = Monatskosten.
 

Leasing teils durchaus sinnvoll

Leasing kann allerdings je nach Lebenssituation durchaus Sinn machen. Wer ein modernes, gut ausgestattetes Fahrzeug fahren möchte, ohne sich langfristig zu binden, ist mit Leasing gut bedient. Voraussetzung ist eine stabile finanzielle Situation mit regelmässigem Einkommen. Auch für Elektrofahrer:innen kann Leasing sinnvoll sein, da die Restwerte von E-Autos derzeit noch kaum prognostizierbar sind. Leasing kann daher vor einem viel tieferen als dem aktuell angenommenen Wiederverkaufswert schützen.

Der TCS empfiehlt vor der Anschaffung eines Autos eine sorgfältige Auseinandersetzung mit den verschiedenen Finanzierungsmethoden. Hier besteht gemäss der Umfrage noch Handlungsbedarf. Denn nur gerade 22 Prozent haben sich vor der Anschaffung mit den verschiedenen Methoden befasst. Und hier kann eine AGVS-Garagistin oder ein AGVS-Garagist dank seiner Beratungskompetenz bei der Kundschaft somit punkten und so den Grundstein für eine langfristige Kundenbeziehung legen.